Montag, 25. November 2019

Fachkräftemangel im Bereich Cyber Security

Qualifikationslücke in Cyber Security erreicht neuen Höchststand



















von Isabelle Trautmann 

In den letzten Jahren hat der Cyber Security Arbeitsmarkt sukzessive seine eigenen Wachstumsrekorde gebrochen. 2019 waren geschätzt vier Millionen Arbeitsplätze unbesetzt. In diesem Beitrag gibt Gastautor Chris Green einen Überblick über die Höhepunkte der (ISC)²-Forschung in Bezug auf Arbeitskräfte im Bereich Cyber Security im Jahr 2019. 

Zu behaupten, dass der Bedarf an Cyber Security Kompetenzen weltweit hoch ist, ist eine Untertreibung.

Die Nachfrage übersteigt seit vielen Jahren das Angebot - wir haben einen neuen Höchststand in Bezug auf die weltweite Qualifikationslücke und das Defizit an anerkannten und aktuellen Cyber Security Kompetenzen erreicht.

Die jährliche (ISC)² Cyber Security Workforce Study wurde veröffentlicht und beleuchtet einige wichtige Erkenntnisse über den Zustand der Branche, den Fachkräftemangel und zeigt erstmals die Größe der derzeit aktiven Arbeitskräfte. 



Die Größe des Arbeitsmarktes


Insgesamt sind rund 2,8 Millionen Fachkräfte in der Cyber Security Branche in Großbritannien, den USA und den anderen wichtigen globalen Volkswirtschaften beschäftigt. Dies ist zwar eine signifikante Anzahl, jedoch erfüllt diese noch immer nicht die Personalanforderungen im Bereich Cyber Security des öffentlichen und des privaten Sektors.

Um dies zu erreichen, müssen weitere vier Millionen Fachkräfte die Lücke schließen. Es ist ein Angebots- und Nachfrageproblem, mit dem die Branche weiterhin zu kämpfen hat.

Wenn wir uns die Größe der Belegschaft in den wichtigsten europäischen Märkten ansehen, sehen wir, dass in Großbritannien 289.000, in Deutschland 133.000 und in Frankreich 121.000 Cyber Security Experten tätig sind.

Wir haben aus den Ergebnissen gefolgert, dass US-amerikanische Organisationen derzeit 204.700 Cyber Security Fachkräfte beschäftigen und es würden 62 % mehr erforderlich sein, um den gegenwärtigen Mangel an 498.480 Arbeitnehmern zu beseitigen.

Die Lücke im asiatisch-pazifischen Raum beträgt 2,6 Millionen und in Europa 291.000.

Anzahl der Cyber Security Arbeitskräfte einen neuen Tiefpunkt











Lassen Sie die Qualifikationslücke nicht zu groß werden


Die Suche nach weiteren vier Millionen qualifizierten Fachleuten bzw. die Erhöhung der Zahl der aktiven und qualifizierten Cyber Security Mitarbeiter um 145 % ist keine leichte Aufgabe.

Insgesamt wurden die USA, Großbritannien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Australien, Singapur, Brasilien, Mexiko, Japan und Südkorea untersucht, die mit Ausnahme von China und Indien die wohl bedeutendsten Volkswirtschaften für Cyber Security sind.

China und Indien waren aufgrund der begrenzt verfügbaren Informationen über die Größe des Unternehmenssektors in beiden Märkten nicht Teil der Studie. Dennoch verzeichnen beide Volkswirtschaften ein beträchtliches Wirtschaftswachstum, das durch die digitale Transformation und Technologie angetrieben wurde und den wachsenden Bedarf an Cyber Security Kompetenzen steigerte.

In allen Fällen erschwert der Mangel den Organisationen die Bekämpfung der Internetkriminalität und die Bekämpfung von neu auftretenden Bedrohungen.


Die größten Bedenken


Die Kompetenzlücke im Bereich Cyber Security wächst von fast drei Millionen im Jahr 2018 um rund 33 %. Ein Anstieg der digitalen Transformation mehrerer Organisationen hat die Angebots- und Nachfragesituation weiter unter Druck gesetzt.

Verständlicherweise besteht hier eine hohe Dringlichkeit, da sich die wachsende Lücke den tatsächlichen Bedarf bezieht und nicht als eine Absicherung dient.

Die Verstärkung von Cyber Security Teams erfolgt angesichts von Datenschutzverletzungen, Cyber-Angriffen und einer noch umfassenderen behördlichen Kontrolle. Cyber Security Risiken und –Herausforderungen sind für CEOs weltweit nach wie vor zentrale Anliegen.

Die Belegschaftsstudie von 2019 ergab, dass zwei Drittel (65 %) der Unternehmen mit einem Mangel an Cyber Security Personal zu kämpfen haben.

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften ist das Hauptanliegen von mehr als einem Drittel (36 %) der Befragten, die sich besorgt darüber äußerten, dass dies ein größeres Problem für Ihre Arbeit darstelle als der Mangel an Ressourcen.

Insgesamt führt der Fachkräftemangel laut mehr als der Hälfte der Befragten (51 %) zu einem moderaten oder extremen Unternehmensrisiko.

Anazhl der Cyber Security Arbeitskräfte erreicht neuen Tiefpunkt











Strategien für einen Wandel

Als Ergebnis werden in der Studie vier Strategien zur Behebung der Kompetenzlücke im Bereich Cyber Security vorgestellt:

  • Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse der Mitglieder Ihres Teams und fördern Sie diese mit Schulungs- und Karriereentwicklungsmöglichkeiten.
  • Legen Sie interne Erwartungen an die Bewerberqualifikationen fest, um die Suche nach Bewerbern so weit wie möglich auszuweiten.
  • Gehen Sie auf Absolventen von Hochschulen und Universitäten sowie auf Arbeitnehmer mit relevanten Qualifikationen und Abschlüssen zu.
  • Erweitern Sie Ihr internes Team durch Weiterbildungsangebote und –maßnahmen.

All diese Strategien basieren auf zwei Kernkonzepten: Setzen Sie angemessene Erwartungen und zeigen Sie sich aufgeschlossen denjenigen gegenüber, die sich für Cyber Security Positionen qualifizieren möchten.

In vielen Fällen haben Unternehmen zu viele aktuelle und potenzielle Mitarbeiter gefragt oder zu eng gesucht, was den Aufbau des Teams behindert hat.


Über die Studie


Die Studie umfasste eine Reihe verschiedener Cyber Security Positionen, darunter IT-Direktor, Sicherheitsanalyst, Sicherheitsadministrator und Compliance-Beauftragter. Die Studie befragte 3.237 Personen, die für Sicherheit/ Cybersicherheit im Unternehmen verantwortlich sind. Dies sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2018 (1.452).  


Chris Green ist Head of Communications, EMEA bei (ISC)². 

Unter den folgenden Links erfahren Sie mehr über Cybersicherheit und die Entwicklung des Marktes: